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BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ortsverband Hochheim

Gut unterwegs in Hochheim

Mobilität betrifft alle. Ob zu Fuß, mit dem Fahrrad, dem Bus oder dem Auto – in Hochheim muss sich jeder Mensch sicher und selbstständig bewegen können: Kinder, ältere Menschen, Menschen mit Einschränkungen ebenso wie Berufspendlerinnen und Berufspendler. Für uns GRÜNE steht dabei fest: Verkehrspolitik soll den Menschen in den Mittelpunkt stellen, nicht die Geschwindigkeit.

Sicherheit vor Geschwindigkeit – Tempo 30 für mehr Lebensqualität

Ein zentrales Element unserer Verkehrspolitik ist Tempo 30. Eine reduzierte Geschwindigkeit senkt nachweislich das Unfallrisiko und die Schwere von Unfällen, reduziert Lärm und Abgase und erhöht die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum.

Bereits heute gilt auf dem überwiegenden Teil der innerörtlichen Straßen in Hochheim Tempo 30 – ein Kurs, den wir in den vergangenen Jahren aktiv unterstützt und vorangebracht haben. Wir setzen uns dafür ein, diese Regelungen an Schulen und in Wohngebieten konsequent zu sichern und Tempo 30 auf die noch verbliebenen Tempo-50-Abschnitte, insbesondere die Ringstraßen, auszuweiten.

Die Ringstraßen sind Landesstraßen. Für Geschwindigkeitsanordnungen innerorts ist die Stadt Hochheim als Straßenverkehrsbehörde zuständig; Umsetzung und Beschilderung erfolgen in Abstimmung mit Hessen Mobil. Wir werden uns dafür einsetzen, die rechtlichen Spielräume konsequent zu nutzen, um Tempo 30 auch dort umzusetzen.

Ein erheblicher Teil der Verkehrsunfälle in Hochheim ereignet sich auf den wenigen verbliebenen Tempo-50-Abschnitten – vor allem auf den Ringstraßen, die zugleich wichtige Schulwege sind. Mehr Sicherheit und Ruhe kommen hier allen zugute.

Sichere Schulwege und kindgerechter Straßenraum

Kinder sollen ihren Schulweg sicher und möglichst selbstständig bewältigen können. Sichere Schulwege sind dafür ein zentraler Baustein. Klare Routen, gut erkennbare Übergänge und Maßnahmen zur Reduzierung von Konflikten auf Gehwegen schaffen Vertrauen und Sicherheit.

Wir setzen uns dafür ein, Schulwege sichtbarer zu machen – etwa durch farbliche Bodenmarkierungen oder kindgerechte Symbole.

Radverkehr sicher und alltagstauglich gestalten

Das Fahrrad ist ein wichtiges Verkehrsmittel im Alltag – für kurze Wege ebenso wie für Pendelstrecken. Wir wollen die Radinfrastruktur in Hochheim konsequent verbessern. Ziel ist ein lückenloses Netz, das alle Stadtteile sinnvoll miteinander verbindet und durch sichere Querungen an Straßen und Knotenpunkten ergänzt wird.

Wo bauliche Trennungen nicht möglich sind, sollen Piktogramme und klare Markierungen auf der Fahrbahn die Sichtbarkeit des Radverkehrs erhöhen und auf die gleichberechtigte Nutzung des Straßenraums aufmerksam machen. Auch die überörtlichen Verbindungen zu Nachbarkommunen wollen wir stärken, damit das Fahrrad auch für längere Wege eine echte Alternative bleibt.

Gut erreichbare, sichere und moderne Fahrradabstellanlagen sind dabei unverzichtbar – an zentralen Orten, an öffentlichen Einrichtungen sowie am Bahnhof. Fahrradboxen und wettergeschützte Abstellmöglichkeiten sollen geprüft und schrittweise ausgebaut werden. Regelmäßige Pflege der Radwege und ein verlässlicher Winterdienst sorgen dafür, dass die Infrastruktur ganzjährig nutzbar bleibt.

Barrierefreiheit und lebenswerte Wohnquartiere

Der öffentliche Raum muss für alle zugänglich sein. Deshalb setzen wir uns für den fortgesetzten Ausbau barrierefreier Bordsteinabsenkungen ein, damit Menschen mit Mobilitätseinschränkungen, Eltern mit Kinderwagen und ältere Menschen sicher unterwegs sein können.

In Wohnquartieren wollen wir Verkehrsberuhigung weiter voranbringen. Spielstraßen und verkehrsarme Bereiche – etwa in reinen Wohngebieten – geben Kindern mehr Raum und erhöhen die Lebensqualität für alle. Zebrastreifen und sichere Querungshilfen an sensiblen Stellen, insbesondere im Umfeld von Schulen und in der Altstadt, tragen zusätzlich zur Sicherheit bei.

Parken ordnen und Innenstadt entlasten

Ein geordnetes Parkraumkonzept ist notwendig, um die Parksituation in Hochheim fair und übersichtlich zu gestalten. Besonders die Altstadt soll vor übermäßigem Parkdruck sowie Durchgangs- und Suchverkehr geschützt werden. Ziel ist es, die Aufenthaltsqualität zu erhöhen, ohne Anwohnerinnen und Anwohner zu benachteiligen.

Wir wollen prüfen, wie Anwohnerparken gezielt eingesetzt werden kann und wie Besucherparkplätze sinnvoll an den Rändern der Innenstadt gebündelt werden können. Gute Fuß- und Radverbindungen sorgen dafür, dass Wege kurz bleiben.

Carsharing als sinnvolle Ergänzung:

Carsharing-Angebote können eine gute Ergänzung zum eigenen Auto sein – besonders für Menschen, die nicht täglich ein Fahrzeug benötigen. Wir wollen bestehende Angebote sichtbarer machen und prüfen, wo zusätzliche Carsharing-Standorte in Hochheim sinnvoll sind, um Verkehr und Parkdruck zu reduzieren.

Fußgängerzone auf Probe

Um neue Wege für eine lebendige und sichere Innenstadt zu erproben, befürworten wir eine Fußgängerzone auf Probe. Denkbar sind zeitlich begrenzte Fußgängerzonen oder verkehrsberuhigte Bereiche, etwa an Markttagen. Solche Erprobungsräume ermöglichen Erfahrungen, ohne irreversible Entscheidungen zu treffen, und können die Grundlage für eine dauerhafte, gut abgestimmte Lösung sein.

Öffentlichen Nahverkehr stärken und Mobilität vernetzen

Ein verlässlicher öffentlicher Nahverkehr ist entscheidend für nachhaltige Mobilität. Wir setzen uns für eine bessere Anbindung von Massenheim, der Gartenstadt und weiterer Stadtteile an die Kernstadt sowie an die umliegenden Kommunen ein. Gute Taktungen, verlässliche Anschlüsse und klare Fahrpläne erleichtern den Umstieg vom Auto auf Bus und Bahn.

Car- und Bikesharing-Angebote wollen wir sinnvoll und geordnet ergänzen. Sie können insbesondere für Wegeketten eine gute Ergänzung sein, wenn sie in ein klares Mobilitätskonzept eingebettet sind.

Klimaschutz und Verkehr zusammendenken

Verkehrspolitik ist Klimapolitik. Emissionsarme Mobilität wollen wir gezielt fördern – durch den Ausbau von Ladeinfrastruktur für E-Autos und E-Bikes an zentralen Orten, in Wohnquartieren und an Mobilitätsknotenpunkten. Gleichzeitig setzen wir auf Verkehrsvermeidung: kurze Wege, wohnortnahe Versorgung und digitale Angebote der Verwaltung können viele Fahrten überflüssig machen und den Alltag erleichtern.

Unser Ziel ist ein Hochheim, in dem Mobilität sicher, leise und klimafreundlich ist – und in dem alle gut ankommen.



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