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BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN

Ortsverband Hochheim

Klimaneutrales Hochheim

Der Klimawandel ist längst Realität – auch in Hochheim. Heiße Sommer, Trockenperioden, Starkregen und steigende Energiekosten verändern unseren Alltag. Europa verfolgt das Ziel der Klimaneutralität bis 2045. Für uns bedeutet das, diesen Weg vor Ort entschlossen, aber realistisch zu gestalten. Klimaschutz ist für uns kein abstraktes Ziel, sondern eine Aufgabe, die Lebensqualität, Gesundheit und soziale Gerechtigkeit miteinander verbindet.

In den vergangenen Jahren haben wir als GRÜNE die Grundlagen dafür geschaffen. Auf unseren Antrag hin wurde die Stelle einer kommunalen Klimaschutzmanagerin eingerichtet und anfangs vollständig aus Fördermitteln finanziert; 2024 wurde sie erfolgreich besetzt. Gemeinsam mit Verwaltung, Politik und externer Fachbegleitung entstand ein umfassendes Klimaschutzkonzept, ergänzt durch einen städtischen Förderfonds und eine Gestaltungssatzung. Diese Instrumente liegen nun vor – unsere Aufgabe in der kommenden Wahlperiode ist es, sie konsequent anzuwenden und weiterzuentwickeln.

Klimaschutz muss verbindlich werden. Jedes Bauvorhaben, jede Sanierung und jedes Stadtentwicklungsprojekt soll künftig an den Zielen des Klimaschutzkonzepts und der Gestaltungssatzung gemessen werden. Wir werden darauf achten, dass diese Vorgaben nicht nur auf dem Papier stehen, sondern auch umgesetzt und regelmäßig überprüft werden.

Energie und Wärme – Schritt für Schritt raus aus Öl und Gas

Ein zentraler Hebel für den Klimaschutz ist die Energie- und Wärmeversorgung. Hochheim nimmt dank unseres Antrags am Bundesförderprogramm zur kommunalen Wärmeplanung teil. Das entlastet den städtischen Haushalt und eröffnet Gestaltungsspielräume für die Wärmewende. Nun geht es darum, die Ergebnisse der Wärmeplanung konkret umzusetzen: Schritt für Schritt raus aus Öl und Gas, hin zu zukunftsfähigen Lösungen.

Wir setzen dabei auf einen sinnvollen Mix aus Nah- und Fernwärme, Solarthermie, Geothermie und weiteren lokalen Potenzialen. Auch die Nutzung von Abwasser als Wärmequelle wollen wir im Rahmen der Wärmeplanung prüfen. Unsere Kläranlage ist nicht nur Teil der Daseinsvorsorge, sondern kann einen Beitrag zur klimafreundlichen Energiegewinnung leisten.

Die innerstädtische Versorgung mit grünem Strom soll weiter ausgebaut werden. Mit einer Solaroffensive wollen wir die vorhandenen Potenziale konsequent nutzen – auf Dächern, Parkplätzen und Fassaden. Ein Solardachkataster erleichtert Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen den Einstieg. Die Stadt selbst soll dabei mit gutem Beispiel vorangehen und kommunale Gebäude systematisch mit Photovoltaik ausstatten.

Stadtgrün, Wasser und Hitzevorsorge

Klimaanpassung ist genauso wichtig wie Klimaschutz. Mehr Stadtgrün, Entsiegelung und eine gute Durchlüftung sind die wirksamsten Mittel gegen zunehmende Hitze. Wir setzen uns für einen kommunalen Hitzeplan ein, der konkrete Maßnahmen bündelt: mehr Schatten durch Bäume, Verdunstungsflächen, Trinkbrunnen, kühle Rückzugsorte in öffentlichen Gebäuden und eine klimaangepasste Gestaltung unserer Plätze.

Bei Straßensanierungen wollen wir konsequent auf Baumpflanzungen und Begrünung setzen. Wo dies aufgrund von Leitungen nicht möglich ist, sollen Kübelpflanzungen – wie bereits auf dem Marktplatz – für Abkühlung und Aufenthaltsqualität sorgen. Auch Plätze wie der Berliner Platz, der Weiher und die Backeswied sollen so gestaltet werden, dass sie in heißen Sommern angenehme Orte des Verweilens bleiben.

Entsiegelung und Begrünung im privaten Raum unterstützen wir aktiv. Bürgerinnen und Bürger können kommunale Fördermittel erhalten, wenn sie Flächen entsiegeln, Regenwasser versickern lassen, Begrünung fördern oder kleine Photovoltaikanlagen installieren. So wird Klimaschutz zu einer gemeinsamen Aufgabe von Stadt und Bürgerschaft.

Natur schützen – Lebensgrundlagen bewahren

Klimaschutz und Naturschutz gehören untrennbar zusammen. Der Schutz von Boden, Wasser und Artenvielfalt ist immer auch Menschenschutz. Für uns stellt sich in der kommenden Wahlperiode eine zentrale Frage: Wie weit darf sich unsere Stadt noch ausdehnen, ohne wertvolle Flächen zu versiegeln, Hitzeinseln zu vergrößern und das Mikroklima zu verschlechtern?

Wir setzen uns dafür ein, dass Wachstum klare Grenzen hat. Neue Bau- und Gewerbeflächen müssen sorgfältig abgewogen werden. Notwendige Entwicklung darf nicht auf Kosten von Biodiversität, Frischluftschneisen und Erholungsräumen gehen. Unsere Kernkompetenz als GRÜNE ist der Naturschutz – und diese werden wir auch in Zukunft deutlich vertreten.

Unsere Naherholungsgebiete verdienen besondere Aufmerksamkeit – insbesondere Grünflächen, Frei- und Erholungsräume im gesamten Stadtgebiet. Sie sind Rückzugsorte für Mensch und Natur. Blühflächen, der Schutz des Feldhamsters und eine ökologische Pflege sollen konsequent weitergeführt werden.

Luft, Lärm und Lebensqualität

Zur Lebensqualität gehört auch saubere Luft und Ruhe. Hochheim ist stark von Verkehrs- und Fluglärm belastet. Wir nehmen diese Belastungen ernst und setzen uns weiterhin für Entlastungen ein – insbesondere für eine verlässliche Nachtruhe und eine gerechtere Verteilung der Flugrouten. Auch Lärmschutz ist aktiver Gesundheitsschutz.

Klimaschutz gemeinsam gestalten

Klimaneutralität lässt sich nur gemeinsam erreichen. Wir wollen Bürgerinnen und Bürger, Vereine, Schulen und Unternehmen aktiv einbinden – durch transparente Information, Beteiligungsformate und Förderprogramme. Klimaschutz soll in Hochheim sichtbar und erfahrbar sein: als Gemeinschaftsaufgabe, getragen von Engagement, Wissen und Verantwortung.

Wir GRÜNE stehen für diesen Weg. Hochheim soll bis 2045 klimaneutral werden – mit einer Stadtentwicklung, die Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und Lebensqualität verbindet. Damit Hochheim auch für kommende Generationen ein guter Ort zum Leben bleibt.



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Der Gender-Doppelpunkt

In diesem Wahlprogramm verwenden wir den Gender-Doppelpunkt (:). Er bezieht alle Geschlechter ein, ist gut lesbar und wird von Vorleseprogrammen barrierefrei verarbeitet.

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